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24.Mai 2004
Pressemitteilung

Erler Klinik hilft Jungen aus Afghanistan


Nürnberg. Der 9-jährige Abdul S. aus Afghanistan erhielt in der Erler Klinik nach schweren Verletzungen in seinem Heimatland kostenlose medizinische Versorgung.

Im Rahmen eines Afghanistan-Hilfseinsatzes holte die humanitäre Hilfsorganisation „Friedensdorf International“ am 18.02.2004 124 kranke und verletzte Kinder zur medizinischen Behandlung nach Deutschland. Unter ihnen befand sich auch der 9-jährige Abdul S. aus Afghanistan, der zur weiteren medizinischen Behandlung in die Erler Klinik in Nürnberg gebracht wurde.

Die humanitäre Hilfsorganisation „Friedensdorf International“ kümmert sich um kranke und verletzte Kinder aus Kriegsgebieten. Bei der Auswahl der hilfsbedürftigen Kinder ist entscheidend, dass eine medizinische Versorgung im Heimatland nicht gewährleitstet ist. Zusätzlich muss eine reelle Chance auf eine erfolgreiche Behandlung in Deutschland gegeben sein.

All diese Kriterien trafen auf den 9-jährigen Jungen Abdul S. zu. Soweit aus seinem Heimatland zu erfahren war, hatte der Junge unter anderem schwere Verletzungen des linken Beines erlitten. Aufgrund dieser Verletzung war praktisch keine Gehfähigkeit mehr vorhanden. Das Kniegelenk war steif und das Sprunggelenk zeigte einen extremen Spitzfuß. Zusätzlich bestanden mehrere offene Wunden.

Diese Wunden zeigten einen intensiven bakteriellen Befall. „Die Schwere der Verletzungen des Jungen ließen sich erst nach einer eingehenden Untersuchung feststellen. Das Ergebnis der Untersuchung zeigte, dass die medizinische Versorgung langwierig und schwierig sein würde“ sagt Dr. Klaus-Dieter Haselhuhn, Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie in der Erler Klinik.

Nach reiflicher Überlegung und nach Konsultationen der plastischen Chirurgen im Hause, musste am 06.04.2004 eine Amputation des linken Beins knapp oberhalb des ehemaligen Kniegelenks erfolgen. Dies geschah mit dem Ziel, einen möglichst langen Oberschenkelstumpf für eine prothetische Versorgung zu erhalten. Dieses Ziel wurde mit der Operation erreicht und bereits nach zwei Wochen konnte der Prothesenabdruck durch die Fa. Orthopädie Müller aus Fürth erfolgen. Diese sofortige Bereitschaft der Fa. Orthopädie Müller, eine kostenlose Prothese anzufertigen, war ein wichtiger Schritt zur weiteren Mobilität des Jungen. Die anfallenden Kosten für die stationäre Unterbringung wurde von den Kliniken Dr. Erler gGmbH übernommen.

Die Weichteilverletzungen heilten sehr gut, so dass ab 09.05.2004 die Prothese getragen und mit der Gehschule begonnen werden konnte. Aufgrund der schnellen Fortschritte des kleinen Abdul S. wurde dieser am 14.05.2004 in das Heim der Friedensdorf Initiative gebracht, wo die weitere Betreuung bis zu seiner Rückkehr in die Heimat erfolgt.

„Auch wenn die durchgeführte Behandlung nicht zur Wiederherstellung der körpereigenen Funktionen des linken Beines geführt hat“, so Dr. Klaus-Dieter Haselhuhn, „so haben wir dem Jungen wenigstens etwas Mobilität und Lebensqualität für sein weiteres Leben zurückgegeben“.

Das spontane Engagement der Schwestern und Pfleger auf Station, der Mitarbeiter der Physikalischen Therapie und das freundlichen Wesen des jungen Patienten, haben zum Gelingen beigetragen und bei allen Beteiligten tiefe Eindrücke hinterlassen.

Von: KLINIKEN DR. ERLER