Servicenavigation

Brotkrumen-Navigation

HOME > FACHKLINIKEN > Anästhesie > Leistungen > Schmerztherapie

Schmerztherapie

Informationen zur Schmerztherapie in unserem Haus:

Gliederung:
1. allgemeine Information
2. Schmerzmessung
3. spezielle Verfahren der Schmerzbehandlung nach Operationen
4. Akutschmerzdienst

Allgemeine Information

1. Allgemeine Information

Ein Aufgabenbereich der Anästhesie ist die Behandlung von Schmerzen. Starke Schmerzen sind nicht nur unangenehme Erfahrungen, die das Wohlbefinden nach Operationen beeinträchtigen, sie können auch den Erfolg einer Operation negativ beeinflussen.
Das Thema „Schmerz“ wird in unserer Klinik ernst genommen. Eine Arbeits-gruppe aus in der Schmerztherapie besonders erfahrenen und engagierten Ärzten und Pflegekräften von allen Fachabteilungen kontrolliert die Qualität der Schmerzbehandlung fortlaufend. Diesem Zweck dienen auch die Patienten-befragungen zum Thema Schmerz, die bei uns regelmäßig durchgeführt werden.
Die erhobenen Patientendaten einschließlich der Patientenzufriedenheit mit der angewendeten Schmerztherapie werden ausgewertet und für die weitere Ver-besserung der Abläufe verwendet. Verantwortlich für den Bereich ist unser Schmerztherapeut mit spezieller Zusatzausbildung, Herr Oberarzt Dr. Gaus.
Ein intensiver Informationsaustausch zwischen den Ärzten aller Fachrichtungen, zuständigen Mitarbeitern aus der Pflege und den Physiotherapeuten findet ständig statt. Dadurch ist es möglich, die Schmerztherapie den persönlichen Bedürfnissen jedes einzelnen Patienten anzupassen. Nach den meisten Oper-ationen erfolgt nach Entlassung aus dem Aufwachraum die Schmerzbehandlung durch Medikamente, die durch die Stationsärzte und das Pflegepersonal gegeben werden.
Dafür wurden in unserer Klinik durch die Anästhesieärzte gemeinsam mit den Operateuren standardisierte Abläufe erarbeitet. Nach bestimmten Operationen können die Schmerzen sehr wirksam „regional“ behandelt werden. Das bedeutet, dass ein Körperteil („Körperregion“) durch Nervenbetäubung („Schmerzblock“) schmerzunempfindlich gemacht wird. Die regionale Betäubung kann einmalig, wiederholt oder kontinuierlich als Katheterverfahren durch-geführt werden. Diese sog. „Schmerzkatheter“ werden oft bereits für den operativen Eingriff gelegt und können im Anschluss an die Operation über mehrere Tage weitergenutzt werden.


Schmerzmessung

2. Schmerzmessung

Während Ihres Aufenthalts in unserer Klinik werden Sie von uns regelmäßig gefragt, ob Sie Schmerzen haben und wie stark die Schmerzen von Ihnen empfunden werden. Das ist notwendig, um die Schmerztherapie Ihren persönlichen Bedürfnissen besser anpassen zu können.

Geben Sie Ihren Schmerzen eine Note!
Jeder Mensch empfindet Schmerz unterschiedlich. Um die Stärke Ihrer Schmerzen zu erfassen, benutzen wir eine einfache 10-Punkte-Skala. Stellen Sie sich eine Skala von 0 bis 10 Punkte vor, wobei „0“ gar kein Schmerz, „1“ kaum Schmerzen, „2“ leichte Schmerzen... u.s.w. bedeutet. „10“ bedeutet für Ihr Verständnis maximal mögliche Schmerzen, etwa wie sie bei einer Operation ohne Narkose zu erwarten wären. Bei der Schmerzmessung sollen Sie Ihre Schmerzstärke auf dieser Skala zwischen 0 und 10 Punkten einstufen und uns den „Wert“ in Punkten mitteilen. Sollten Sie trotz unserer Behandlung schwer erträgliche Schmerzen haben, melden Sie sich bitte erneut, denn nur so können wir erfahren, dass Sie weitere Schmerzlinderung benötigen. Viele Menschen haben Bedenken oder Befürchtungen gegenüber Schmerzmitteln. Bei uns bekommen Sie selbstverständlich nur gut bewährte Medikamente und nur in einer angemessenen Dosierung.
Zwar können auch die besten Schmerzmittel gelegentlich Nebenwirkungen hervorrufen, insgesamt sind sie aber bei kurzfristigem Einsatz sehr selten und wir beobachten diese ganz genau!

Bedenken Sie: Auch Schmerzen haben Nebenwirkungen im Körper, die über das unangenehme Gefühl hinausgehen. Deshalb sollen Sie Ihre Schmerzen nicht aushalten. In den allermeisten Fällen können sie wirkungsvoll behandelt und auf ein gut erträgliches Maß herabgesetzt werden.

Spezielle Verfahren der postoperativen Schmerztherapie

3. Spezielle Verfahren der postoperativen Schmerztherapie

Schmerzkatheter
Schmerzkatheter sind hochwirksame Verfahren, die die Situation des Patienten nach der Operation häufig erheblich verbessern. Sie werden nach bestimmten und mit dem jeweiligen Operateur abgesprochenen Operationen vom Anästhesisten eingesetzt. Hierzu zählen die rückenmarknahen (periduralen) Katheter sowie andere örtliche Schmerzkatheter an peripheren Nerven.
In der Regel wird an dem Katheter nach der Operation eine spezielle tragbare  Infusionspumpe angeschlossen, die ständig ein örtliches Betäubungsmittel (ähnliches Medikament, wie Ihr Zahnarzt für die örtliche Betäubung benutzt) injiziert. Auf keinen Fall „bindet“ diese Infusionspumpe den Patienten ans Bett: sie kann problemlos überall mitgenommen werden, zur Krankengymnastik sowie in die Cafeteria. Bei Bedarf kann jederzeit eine zusätzliche Dosis des Betäubungsmedikaments in den Katheter gespritzt werden.
Unser Ziel ist die Schmerzfreiheit, wobei es dabei auch begleitend zu Taubheitsgefühl oder Muskelschwäche kommen kann, die Sie nicht beunruhigen brauchen, da beides mit Abklingen der Betäubung wieder verschwindet.

PCA (Patient Controlled Analgesia)

PCA (Patient Controlled Analgesia)
Als PCA bezeichnet man ein Verfahren, bei dem der Patient selbst die Verabreichung des Schmerzmedikaments steuert: Eine tragbare, computergesteuerte Schmerzpumpe spritzt dem Patienten jedes mal, wenn er auf einen Knopf drückt, eine genau bestimmte Menge eines Schmerzmittels. Der Vorteil ist, dass der Patient genauso viel Schmerzmittel bekommt wie er benötigt und nicht darauf warten muss. Übrigens: die Schmerzpumpe ist so programmiert, dass der Patient auf keinen Fall (z. B. versehentlich) eine zu hohe Dosis des Medikaments abrufen kann. 

Akutschmerzdienst

4. Akutschmerzdienst 

Besonders wirksame Techniken der Schmerztherapie wie Schmerzkatheter und PCA bedürfen einer besonders sorgfältigen Überwachung und einer fachgerechten Steuerung. Zur Durchführung einer bestmöglichen Schmerzbehandlung wurde daher in den Kliniken Dr. Erler gGmbH ein Schmerzdienst eingeführt, der auch „Akutschmerzdienst“, kurz ASD, genannt wird. Der Schmerzdienst ist 24-Stunden erreichbar und besucht die Patienten regelmäßig, auch am Wochenende. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit ihn zu Beratung und Behandlung von besonders komplizierten Schmerzsituationen hinzu zu ziehen.

Die Pflegekräfte unseres Schmerzdienstes sind nur für den ASD zuständig und haben alle eine Spezialausbildung auf diesem Gebiet.