Ein Schwerpunkt ist die Behandlung von Formabweichungen und Fehlbildungen der Wirbelsäule, also von Verkrümmungen wie Skoliosen und Kyphosen. Ihre Ursachen sind vielfältig (idiopathische, congenitale oder neuromuskuläre Skoliose etc.) und entscheiden ganz wesentlich über Prognose, eine eventuell notwendige Korsetttherapie oder gar die operative Korrektur durch ventrale (vordere) oder dorsale (hintere) Verfahren.
In jedem Fall wird die Wirbelsäule in der Operation mobilisiert sowie mittels verschiedener Metallimplantate begradigt und versteift. So können wir auch schwerste Deformierungen mit langstreckigen Spondylodesen behandeln, wie sie bei der Spina-bifida-Erkrankung (angeborener offener Rücken) auftreten.
Congenitale Skoliosen dagegen erfordern aufgrund der frühzeitigen Progredienz der Verkrümmung häufig schon eine Operation im Kindesalter – und gerade hier können wir durch Resektion der Pathologie (z.B. Halswirbel) über eine kurzstreckige Spondylodese korrigieren.
Fall 1
16-jähriger Patient, progrediente Verkrümmung des Rückens mit Ausbildung eines Lendenwulstes
Diagnose: congenitale (anlagebedingte) Skoliose der Lendenwirbelsäule (Cobb-Winkel 55°)
Präoperative 3D-Computertomographie: hypoplastisch angelegter LWK 1 mit keilförmiger Deformierung LWK 1 und Skoliose
Präoperatives Röntgen: hypoplastischer Wirbelkörper LWK 1 mit Keilwirbelbildung LWK 1, Skoliose (Cobb-Winkel 55°)
Postoperatives Röntgen: kurzstreckige ventrale Korrekturspondylodese (HZI-System, DePuy Spine) TH 12 – LWK 2, Skoliosekorrektur auf 12°
Fall 2
17-jähriger Patient, progrediente Rückenschmerzen mit Rundrückenbildung der Brustwirbelsäule
Diagnose: schwere Verlaufsform einer Scheuermann-Kyphose (Stangara-Winkel 95°)
Foto: klinisches Bild mit ausgeprägter Rundrückenbildung der Brustwirbelsäule
Präoperatives Röntgen: kyphotische Deformierung der Brustwirbelsäule mit einem Winkel von 95° (TH 2 – TH 12)
Postoperatives Röntgen: ventro-dorsale Korrekturspondylodese TH 3 – LWK 1 mit einem Winkel von 55°