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LEISTUNGEN UND SCHWERPUNKTE

Klinik für Konservative und Operative Wirbelsäulentherapie
Leitung: Herr Priv.-Doz. Dr. med. B. Böhm


In der Klinik für Konservative und Operative Wirbelsäulentherapie der KLINIKEN DR. ERLER GmbH behandeln wir sämtliche Wirbelsäulenerkrankungen. Dabei setzen wir verschiedene Schwerpunkte.

1) Degenerative (verschleißbedingte) Wirbelsäulenveränderungen

Für unspezifische Rücken- und pseudoradikuläre Schmerzsyndrome steht eine komplexe Schmerztherapie – flankiert von wirbelsäulennahen Injektionstechniken – an erster Stelle. Unsere erfahrenen Krankengymnasten ergänzen die medizinischen durch physikalische Maßnahmen (konservative Therapie). Entscheidend für das weitere Procedere ist die Zuordnung der Schmerzen und die Klärung der Ursachen. Auch die Diskographie spielt eine wichtige Rolle. 

Erst bei therapieresistenten Schmerzen mit relevanten strukturellen Veränderungen wenden wir interventionelle und operative Strategien an. Dabei gehen wir nach Möglichkeit minimal-invasiv, also besonders schonend, vor. Bandscheibenprotrusionen behandeln wir perkutan intradiskal (IDET-Katheter) oder mittels Spinalkanalkatheter.
Bandscheibenvorfälle im Spinalkanal (Sequester) werden je nach Lokalisation vollendoskopisch oder mikroskopisch-minimal-invasiv entfernt. Schwerer Verschleiß erfordert eventuell eine Bandscheibenprothese an der Lenden- oder Halswirbelsäule (lumbale und zervikale Bandscheibenprothese), oft eine Alternative zur Versteifungsoperation.

Am Ende der Therapiekaskade kann die Fusion (Versteifung) eines Bewegungssegmentes stehen – meist die lumbale Spondylodese von dorsal in PLIF- oder TLIF-Technik, seltener über einen zusätzlichen vorderen Zugang. Einen Schwerpunkt bildet hier die operative Behandlung des erworbenen oder angeborenen Wirbelgleitens (Spondylodese bei Wirbelgleiten). Dank neuer perkutaner Osteosynthesetechniken platzieren wir die Schrauben minimal-invasiv über kleine Hautinzisionen (ExpediumTM-ViperTM 2-System) und damit ohne großen Schnitt mit Freilegung der Wirbelsäule. 

Die Verknöcherung des Segmentes erreichen wir über einen minimierten dorsalen oder ventralen Zugang. Dafür werden kortikospongiöse Chips verwendet. In Ausnahmefällen ist Material vom Beckenkamm des Patienten nötig, gegebenenfalls reichen knochenbildende Zellen aus einer Beckenkammpunktion (CellectTM-System).

Bei der zervikalen Fusion (zervikale Spondylodese) erübrigt sich in der Regel die Knochenentnahme, da ein so genannter Cage („Käfig“) die Bandscheibe ersetzt und nur bei Fraktur, Tumor oder Entzündung eine Platte zum Einsatz kommt. Der Cage wird mit demineralisierter Knochenmatrix gefüllt. (DBM pastös)

Die Wirbelkanalstenose (Wirbelkanaleinengung) mit den typischen Beinschmerzen und Missempfindungen in den Füßen ist bei älteren Patienten häufig. Neben einer gezielten konservativen Therapie führen wir bei absoluten Stenosen die spinale Dekompression mittels Hochfrequenzfräse und Mikroskop durch. 

Tritt der Verschleiß der Wirbelgelenke mit reinen Rückenschmerzen in den Vordergrund, kann die Facettgelenksdenervation (Hitzesondenbehandlung der Wirbelgelenke) in örtlicher Betäubung eine Möglichkeit sein.

2) Frakturbehandlung von Wirbelkörpern

Die Kliniken Dr. Erler haben den Status einer Sonderstation der Berufsgenossenschaften, so dass schwerpunktmäßig viele Verletzungen der Hals.- Brust- und Lendenwirbelsäule behandelt werden. Neben der Konservativen Behandlung (stabile Frakturen) kommen, wenn nötig, minimal-invasive operative Techniken zur Anwendung. Wirbelbrüche bei Osteoporose-Patienten werden, insbesondere bei einem Unfallereignis, mit der perkutanen Ballonkyphoplastie versorgt. Für schwerst-unfallverletzte Patienten wird eine umfangreiche Versorgung angeboten.

Die dorsalen Stabilisierungen erfolgen fast ausnahmslos perkutan minimal-invasiv (perkutane Osteosynthese) und können, dank aufwendiger Computertechnik, navigiert durchgeführt werden. Bei instabilen Brüchen erfolgt die Versorgung der vorderen Wirbelsäule mit der vorhandenen technischen Ausstattung minimal-invasiv über kleine 5-7 cm Zugänge (Ersatz des Wirbelkörpers). 

Ein Schwerpunkt in der operativen Behandlung der Unfallverletzungen bildet die Behandlung der Halswirbelsäulenverletzungen (zervikale Spondylodese).

3) Tumoren und Entzündungen der Wirbelsäule

Tumoren und Entzündungen der Wirbelsäule gehören ebenso zum Spektrum der Klinik für Konservative und Operative Wirbelsäulentherapie. Tumorpatienten werden interdisziplinär besprochen und in Abhängigkeit von der Erkrankung behandelt.
 Insbesondere bei Primärtumoren an der Wirbelsäule ist oft die Entfernung des Wirbelkörpers und dessen Ersatz mit gleichzeitiger interner Stabilisierung nötig. Hierbei handelt es sich ausnahmslos um große wirbelsäulenchirurgische Eingriffe, meist in dorso-ventraler Operationstechnik (Wirbelkörperersatzoperation bei Tumor und Entzündung). Bei einer suffizienten ventralen oder dorsalen Stabilisierung entfällt die postoperative Korsetttherapie. 

4) Formabweichungen und Fehlbildungen der Wirbelsäule (Skoliosen, Kyphosen)

Die Behandlung der kindlichen Skoliosen und Kyphosen wird in einer eigenen Sprechstunde unter Mitwirkung eines Orthopädietechnikers durchgeführt. Für die Verlaufsbeurteilung der Verkrümmung steht ein röntgenstrahlenfreies lichtoptisches Messsystem zur Verfügung. Während bei Formabweichungen und Fehlbildungen in erster Linie Krankengymnastik und Korsetttherapie in Frage kommen, müssen wir hochgradige Skoliosen und Kyphosen operativ durch eine Korrekturspondylodese versorgen (ventrale [vordere] oder dorsale [hintere] Verfahren).