KOSTENLOSE OP BEI JUNGER PATIENTIN AUS ANGOLA

Nürnberg. Unfallchirurgischer Chefarzt der Erler-Klinik ermöglicht dank kostenfreier OP an Oberschenkel einem jungen Mädchen aus dem Krisengebiet Angola ein normales Leben.

Mit Hilfe eines komplexen Eingriffes operierte der Unfallchirurgische Chefarzt der Erler-Klinik Dr. med. Klaus-Dieter Haselhuhn Ende November ein junges Mädchen aus Angola, das über die Hilfsorganisation „Friedensdorf International" an die Erler-Klinik gekommen ist. Auf diese Weise hat die Erler-Klinik schnell und unbürokratisch Hilfe geleistet und dabei sämtliche Behandlungskosten übernommen.
Die 12-jährige Rita litt in ihrer Heimat an einer schwerwiegenden Infektion des Oberschenkels. Sie lebt mit 3 Geschwistern zusammen bei ihrer Oma in “Bie”, das ist ein kleines Dorf in Angola. Der Vater wohnt mit seinem Bruder in einem anderen Dorf. Die Mutter ist 2002 verstorben – auch sie hatte eine Entzündung am Oberschenkel.

Im Juli 2007 bemerkte Rita in der Schule eine Schwellung und Entzündung am rechten Oberschenkel. Am nächsten Tag hatte sie so starke Schmerzen, dass sie nicht mehr stehen konnte. Daraufhin kam ein „Doktor“ der mehrmals in „den Oberschenkel gestochen hat“. Dabei hat sich Eiter entleert. Die Oma ermunterte Rita nach dieser „OP“ aufzustehen und umher zu gehen. Als sie dies tat, stürzte sie und es kam zu einem Oberschenkelbruch.

Im Krankenhaus in Angola erfolgte eine Wundspülung, eine Versorgung des Bruches erfolgte nicht. Stattdessen ist für die Dauer von 4 Wochen eine Schiene angelegt worden. Seit dieser Zeit ist auch die Beweglichkeit des rechten Kniegelenkes eingeschränkt, die Entzündung im Oberschenkel bestand weiterhin.

Nach ihrer Ankunft in der Erler-Klinik Mitte November 2008 fand zunächst eine Diagnostik mit Kernspintomographie des Oberschenkels statt. Lokal bestand eine eiternde Wunde an der Außenseite des Oberschenkels. Dabei zeigte sich eine ausgeprägte Entzündung bei verheiltem Bruch, wobei ein Knochenstück im Oberschenkelknochen diese Entzündung unterhielt.
Deshalb erfolgte am 20.11.08 die Entfernung des Knochenstückes und des Eiters sowie des veränderten Gewebes. Die Hautwunde ist mittlerweile gut verheilt, die Entzündung ist vollständig abgeklungen und das Bein ist wieder voll belastbar.
Rita hat zur Zeit keine Schmerzen mehr am Oberschenkel. Sie konnte bereits einen Ausflug mit den Schwestern zum Christkindlesmarkt unternehmen.

Zur Besserung der noch bestehenden Bewegungseinschränkung des Kniegelenkes ist am 16.12.08 eine Arthroskopie durchgeführt worden. Die hier vorgefundene völlige Verwachsung des Gelenkes konnte arthroskopisch weitestgehend beseitigt werden, wodurch zukünftig mit entsprechender Krankengymnastik eine weitere Verbesserung der Beweglichkeit erreicht werden kann.

Da das Bein nach dem Bruch etwas kürzer ist, was durch Wachstum aber noch etwas korrigiert werden kann, erfolgt noch die Versorgung mit entsprechend ausgleichenden Schuhen.

Ohne die OP in der Erler-Klinik hätte die Gefahr bestanden, dass Rita, wie bereits ihre Mutter, durch die streuende Entzündung im Oberschenkel verstorben wäre. Durch die medizinische Hilfe konnte der unfallchirurgische Chefarzt Dr. Klaus-Dieter Haselhuhn aber nicht nur das gesundheitliche Problem lösen, sondern sie auch vor einer sozialen Diskriminierung in ihrer Heimat bewahren. Diese hätte ihr wegen ihrer eingeschränkten Bewegungsfreiheit unweigerlich gedroht.

Sobald Rita ihre Behandlung in der Erler-Klinik abgeschlossen hat, wird die Hilfsorganisation sie wieder aus Nürnberg abholen. In einem organisationseigenen Kinderheim in Oberhausen, wo weitere Kinder aus Kriegs- und Krisengebieten vorübergehend leben, wird sie wieder auf die Rückkehr in ihre Heimat vorbereitet und noch einige Rehabilitationsmaßnahmen durchlaufen.
Rita ist nicht das erste Kind aus einem Krisengebiet, das in der Erler-Klinik kostenlos behandelt wird. Seit 2002 sind schon mehrere Kinder aus Angola und Afghanistan auf Vermittlung von "Friedensdorf International" kostenlos in der Erler-Klinik medizinisch versorgt worden.
Angola wurde 26 Jahre lang von einem grausamen Bürgerkrieg um Macht, Erdöl und Diamanten gebeutelt, der seit 2002 als beendet gilt. Das Land besitzt eine katastrophale Gesundheitsversorgung , da der Krieg alle medizinischen Einrichtungen zerstört hat und diese nur unter größten Anstrengungen wieder aufgebaut werden können. Die Kindersterblichkeit in Angola gilt als die zweithöchste weltweit: Alle drei Minuten stirbt ein Kind. Schon leichte Infektionen oder Durchfallerkrankungen sind in Angola lebensbedrohlich, so dass die Lebenserwartung der Bevölkerung bei 40 Jahren liegt. Zusätzlich sind die Menschen noch durch das massive Vorkommen von Antipersonenminen gefährdet, die seit dem blutigen Bürgerkrieg ganze Landstriche Angolas unbetretbar machen.


Kliniken Dr. Erler gGmbH   Nürnberg, den 18.12.2008

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