Infektions- und Hygienemanagement in unserem Haus

Hygiene bezeichnet alle Maßnahmen, um Infektionskrankheiten vorzubeugen und die Ausbreitung besonders resistenter Krankheitserreger zu verhindern.

Diese sind ein zunehmendes Problem im gesamten Gesundheitswesen. Die Patienten können multi-resistente Erreger auf verschiedenen Wegen erwerben, wie vorherige Antibiotikatherapie, Aufnahme über die Nahrung und Aufenthalte in Hochendemiegebieten.

Die meisten Keime stammen vom Patienten selbst, dies zeigt unter anderem eine Studie aus dem Jahr 2016 sowie viele weitere Veröffentlichungen des Robert-Koch-Instituts. Auch die Daten aus unserem Aufnahmescreening zeigen, dass die meisten Keime importiert sind.

Ziel unserer Bemühungen ist es, den Keimaustausch zwischen Patienten untereinander sowie dem Personal minimal zu gestalten.

Im Krankenhaus kann durch Hygiene die Verbreitung von einem Patienten zum anderen und das Auftreten von Infektionen durch Hygienemaßnahmen, die im Hygieneplan festgelegt sind, verhindert werden.

Grundlage für Hygieneplan und Verfahrensanweisungen in den KLINIKEN DR. ERLER sind die Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) am Robert Koch-Institut.

Neben der überaus wichtigen Händedesinfektion verhüten Sterilisations- und Desinfektionsmaßnahmen die Ausbreitung vom Keimen. Über das Nationale Referenzzentrum für Surveillance von nosokomialen Infektionen in Berlin nehmen wir seit mehreren Jahren kontinuierlich an den Modulen HAND-KISS (Surveillance des Händedesinfektionsmittelverbrauchs) und MRSA-KISS teil.

Seit 2015 haben wir die Teilnahme um das Modul OP-KISS mit der Indikatoroperation „Knieendoprothese“ erweitert.

LÜCKENLOSES SCREENING AUF MULTIRESISTENTE KEIME

Bei der stationären Aufnahme beziehungsweise bereits bei der Indikations- oder prästationären Sprech-stunde wird das Risiko auf Trägerschaft für Multi Resistente Erreger ermittelt. Dabei richten wir uns nach den Empfehlungen der KRINKO und gehen mit jedem Patienten einen standardisierten Fragebogen durch. Aus dem resultierenden Screening-Wert ergibt sich die individuelle Entscheidung für eine weiterführende Diagnostik.

Auf diese Weise kann insbesondere der gefährliche Krankenhauskeim MRSA (Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus) frühzeitig erkannt und durch Isolierungsmaßnahmen entsprechend des Hygieneplans an der Ausbreitung gehindert werden. Dieses Vorgehen hat sich allgemein bewährt, wie Statistiken über rückläufige Tendenzen der MRSA-Ausbreitung in Deutschland belegen.

Bestätigt der Screening-Fragebogen ein Risiko für die Trägerschaft von MRSA, erfolgt in der Regel die ambulante Abklärung durch drei mikrobiologische Abstriche von verschiedenen Körperstellen. Die Ergeb-nisse liegen nach zwei bis vier Tagen vor. Dies ist momentan der diagnostische Standard in der Sicherung des MRSA-Keims, was sich gerade bei Elektiveingriffen bewährt hat. Die Risikoabfrage erfasst auch sogenannte gramne-gative Erreger (MRGN) und vancomycinresistente Enterokokken, auf die bei Erfüllung der Risikokriterien gescreent wird.

Bis zum Eingehen der mikrobiologischen Befunde werden die Patienten in einem Einbettzimmer isoliert. Ebenso wie die Abklärung der Operations- und Narkosefähigkeit gehört das Screening zur präoperativen Risikoabschätzung dazu.

So leisten die KLINIKEN DR. ERLER und die niedergelassenen Vertragsärzte einen wertvollen Beitrag für den Schutz der gemeinsamen Patienten vor multiresistenten Erregern.

     Herr Dr. med. M. Schmidt

      Oberarzt Abteilung für Anästhesiologie
      und Intensivmedizin 
      Facharzt für Anästhesie
      Hygienebeauftragter Arzt

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